Bevor ich nächste Woche die Reise in die Schweiz antrete, musste ich unbedingt noch ein bisschen Sonne tanken, da der europäische Sommer anscheinend nur schwer in die Gänge kommt. Der brasilianische Winter hingegen zeigte sich die letzten Tage von seiner besten Seite. Schon lange hatten wir vor, den bekannten Strandort “Pipa” zu besuchen. Das kleine Dorf liegt im Bundesstaat Rio Grande do Norte und ist ein beliebtes Sommerferienziel für Europäer und Argentinier.
Am Donnerstagmorgen fuhren wir los. Beste Autobahnen, wenig Verkehr, perfekte Bedingungen. Die Reise dauerte rund 90 Minuten. Ein Auto vereinfacht den Alltag ungemein. Wir hatten am Morgen noch kurz in einer uns empfohlenen Pousada angerufen, um zu checken, ob es noch Zimmer hat. In Brasilien ist Pousada die Bezeichnung für ein meist familiär geführtes kleines Hotel mit Frühstück. Wir verbrachten zwei Nächte in der Pousada “Rivas”. Sehr gute Lage, sensationelle tropische Pflanzen, vielfältiges Morgenbuffet, Swimmingpool, familiäre Atmosphäre. Seit langem habe ich wieder einmal Schweizerdeutsch (Sanggallää) gehört in Brasilien. Auch welsche Gäste waren dort untergebracht. Die Besitzerin der Pousada schwärmte in höchsten Tönen von den Schweizern. Sie seien so unkomplizierte Gäste, höflich und bescheiden. Das hört man gerne. Ihr Sohn hatte eine Zeit lang in Chur gewohnt. Wie klein doch die Welt ist.
Neben den schönen Stränden ist wohl das Nachtleben die Hauptattraktion Pipas. Die gastronomische Vielfalt ist wirklich eindrücklich. So habe ich die beste Pizza meines Lebens nicht etwa in Italien gegessen, sondern in Pipa, immerhin von einem italienischen Pizzaiolo gebacken. In Pipa kommen richtige Feriengefühle auf. Man kann die alltäglichen Probleme Brasiliens vergessen. Überfälle und Gewalttaten scheinen nicht existent zu sein. Die Dorfbewohner wissen, dass der Tourismus ihr Kapital ist. Ein schlechter Ruf kann fatal sein.
Die Touristen würden sehrwahrscheinlich allein wegen der Gastronomie nicht nach Pipa reisen. Die vielen Strände in naher Umgebung bringen den tropischen Touch. Der wohl berühmteste Strand ist die “Baía dos Golfinhos”, die Delfinbucht. Gemäss einem Surflehrer tauchen die intelligenten Säugetiere täglich auf und ziehen viele Touristen an.
Heute Mittag reisten wir zurück. Um nicht die langweilige Autobahn zu nehmen, wagten wir eine abenteuerliche Rückreise, auf der wir zwei “Fähren” nehmen mussten, um Flüsse zu überwinden. Wer in Brasilien Luxusfähren erwartet, wir schnell enttäuscht. Improvisation ist alles. Unkompliziert und praktisch muss es sein. Als Beweis haben wir versucht, einige Szenen filmisch festzuhalten:







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Interessanter Artikel.Ich habe einige frische Gedankenanstoesse bekommen. Warte auf neue Beitraege zum Thema.